Samstag, 22. Juni 2013

Eine kleine Mail für die Schule, eine große für mich.

Aloha, 

ich hab heute die Mail von der Schule in Köln bekommen, was heißt wenn mit dem Amt jetzt alles gut geht ziehe ich in 6 Wochen nach Köln :) Ich kann es immer noch nicht glauben, das ist alles so Sureal. Meine Freude war so Groß als ich die Email gelesen hab :D Die Freude meiner Bekannten in dem Kurs den ich Momentan besuche war groß, ebenfalls die der Dozenten, die aufsprangen und mich teils sogar umarmten :)
Dann zuhause das Aufwachen, meine Eltern fanden das natürlich Scheiße. Keiner freute sich, ich bekam nur zu hören: "Probleme hier, Probleme dort, Probleme da." "Probleme wo eigentlich keine sind." "Wärste nur in deinem alten Job geblieben." Mir war sowas von zum Heulen zu mute. Fremde Menschen, die ich gerade mal seit zwei Wochen kenne, freuen sich mehr für mich als meine Familie. Da war dann erstmal Schluss mit Grinsekatze und ich saß erstmal da und hab geweint. Können sie sich nicht einmal für mich freuen? Schon traurig. 
Aber trotz allem, ich bin 18, ich habe nach einem halben Jahr endlich geschafft, was ich mir erträumt habe, ich habe meinen Weg gefunden. Ich zieh das durch!
Ob mit oder ohne meine Eltern. 

Donnerstag, 6. Juni 2013

Köln.

Ich weiß noch ganz genau, wie ich das erste mal nach Köln gefahren bin. Die Aufregung war so groß, dass ich die Nacht davor nicht schlafen konnte, während der ganzen Zugfahrt fühlte ich mich, als stände ich unter Strom. 
Es war für mich etwas vollkommen neues, ich fuhr zum ersten mal alleine weg und ich hab mich einfach gut gefühlt, frei. Allein die erste Zugfahrt war aufregend, ich lernte neue Menschen kennen, darunter auch zwei sehr nette Amerikaner. All das konnte ich in dem Moment gar nicht realisieren, für mich war es nur ein absolut toller Start in eine wundervolle Reise. Meine Gefühle, als ich zum ersten mal den Dom gesehen habe, kann ich gar nicht beschreiben. Ich bin wirklich verliebt, vom ersten Moment an und bisher wusste ich noch nicht einmal, dass man sich in eine Stadt überhaupt verlieben kann. 

Sonst sind neue Eindrücke und Erfahrungen für mich sehr Brutal, deswegen schrecke ich vor sowas auch zurück. Köln war mein Erstes mal in sovielen Dingen. Die erste Stadt, in die ich mich wirklich verliebt hab. Die erste Stadt, in der ich mich noch nie verlaufen oder verfahren habe. Die erste Stadt, in der sich für mich aller Richtig anfühlt. 

In Köln traf ich den ersten Menschen, der mich der religion wirklich nahe gebracht hat. Irgendwie ist es komisch, dass ein Taxifahrer dies in einer 20 minütigen fahrt schafft, was mein Pfarrer in knappen 18 Jahren nicht geschafft hat. Durch ihn habe ich angfangen über das Schicksal nachzudenken und dadurch erklärt sich mir so einiges. Dinge, die ich in 18 Jahren nie verstanden habe. 

In Köln wurde ich das erste mal nicht dumm angestarrt in der Stadt, ich hörte auf mit dem Kopf nach unten zu laufen, wie ich es in Hof immer tat. Hier bin ich mit meinen Schwarzen Haaren und den Schwarzen Klamotten eine hauptaktraktion, dort bin ich einfach vollkommen normal, fast schon Langweilig. Ich bekam wieder neues Selbstbewusstsein und schaffe es mittlerweile selbst hier mit hocherhobenem Haupt herum zu laufen. Es ist mir egal, wie die Leute mich in hof anstarren. Ich bin eh bald weg. 

In Köln gefiel den Leuten zum ersten mal, was ich tue. Keiner kam mir dumm mit "Du kannst nicht Fotografieren." Oder "Du schreibst scheiße." Nein, dort mochten die Leute zum ersten mal, was ich machte. Sie sprachen mich darauf an, gaben mir zuspruch. Ich liebe die Menschen in Köln, dort ist alles so Herzlich. 

In Köln fühle ich mich so lebendig. Fast schon Euphorisch und obwohl ich ein Mensch bin, der wirklich viel Schlaf braucht, brauche ich das in Köln nicht mehr. Ich kam nirgends mit so wenig Schlaf zu recht, wie dort. 

Der Dom zieht mich immer wieder zu sich hin, noch bis heute glaube ich, dass er etwas Magisches an sich hat. Wenn ich in seiner Nähe sitze, fühle ich mich wie unter Strom. Das ist ein Wahnsinnig schönes Gefühl und macht mich ganz Verrückt. 

Ihr könnt euch vorstellen, ich wollte nicht wieder Heim. Am liebsten wäre ich gleich dort geblieben. Zuhause dann das unvermeidliche: Heimweh. Ich hatte wirklich Heimweh obwohl hier doch eigentlich noch mein Zuhause ist. Mein Herz und meine Seele waren aber eben immer noch in Köln. 

Die zweite Fahrt nach Köln stand an. Ich hab unglaublich tolle Menschen kennengelernt, tolle Orte gesehen und verrückte Aktionen mitgemacht. Ich erkenne mich selbst nicht mehr wieder. Aus dem einst so Schüchternen Mädchen, ist eine Selbstbewusste frau geworden, die mit fremden Leuten Party macht, als hätte sie nie etwas anderes getan. 

Was ich sagen möchte ist, Köln hat mich verändert. Wenn ich in den Spiegel schaue, erkenne ich immer noch mich selbst, die Augen sind vielleicht etwas strahlender und der Ausdruck im Gesicht glücklicher. Ich sehe zwar noch so aus wie ich selbst, aber ich hab mich verändert. 

Ein warmes Gefühl breitet sich in meinem Bauch aus, wenn ich daran denke das jetzt alles so greifbar nah zu sein Scheint. Und das alles, durch ein paar kleiner Träume.

Habt ihr euch je gefragt WARUM ich nach Köln ziehen möchte? Hier habt ihr die Antwort. 

Aloha,

Cynthia.